Archiv | November 2015

Stimmungen….

Boh, glaubse!  (Herbert Knebel ; O-Ton)

Es gibt ja schon ’ne Menge beknackter Typen auf unserem Planeten! Ja, Herbert, da kann ich dir nur zustimmen. Am letzten Freitag, dem 13., (ob das ein Zufall war oder bewußt so gewählt wurde, ich weiß es nicht!) ist mir das mal wieder so richtig bewußt geworden. Der beste Ehemann der Welt sitzt auf dem Sofa, starrt gebannt auf die Mattscheibe. Im Fernsehen läuft das Fussballspiel Deutschland gegen Frankreich.wm-si-3 Na gut, denke ich, der Mann ist beschäftigt und wird keine Dummheiten anstellen. Und so entschloss ich mich, endlich einen neuen Blogbeitrag zu publizieren. Ich hatte auch schon einige unterhaltsame kleine Geschichten und Anekdötchen in meinen kleinen grauen Zellen vorbereitet, als in der 17. Minute des Freundschaftsspiels (welch eine Ironie) in Paris der erste vermeintliche „Böllerschuss“ losging. Als sich dann das ganze Ausmass der darauf folgenden Ereignisse herausstellte war es mit meinem Geschreibsel erst einmal vorbei. Mir waren Humor und Witz komplett abhanden gekommen. Schreibblockade! Rund um die Uhr lief auf N24 die Berichterstattung aus Frankreich. In Endlosschleife. Mit einem Auge auf den Fernseher schielend versuchte ich dennoch, einige Sätze in meinen Laptop zu hämmern. Fehlanzeige.Also habe ich meinen Blog zunächst einmal ins Tiefkühlfach geschoben und auf Eis gelegt. Ablenken!Das Ablenkungsmanöver hieß – Adventdekoration basteln!W-Kranz

Für einige weihnachtliche Veranstaltungen in unserer Studiobühne (das ist der Saal, in dem Kleinkunst, Liederabende, Comedy, Seminare und noch einige Events mehr stattfinden) müssen mein Mann und ich noch sehr, sehr viele Vorbereitungen treffen. Wir betreiben dort nämlich das Catering, (hört sich wahnsinnig hochtrabend und gut an, ist aber eigentlich nichts anderes als ein Kiosk mit „Anspruch!“), um für das leibliche Wohl der Künstler und des Publikums zu sorgen.  Und eben für die kommende Adventveranstaltung müssen wir halt noch die Tischdeko herstellen. Und die darf  so gut wie nichts kosten. Also ran an das Tonpapier und basteln bis der Arzt kommt. Ich habe mich – unter anderem-  für Tannenbäumchen aus Papier entschieden. Die Origami – Anleitung sah wirklich relativ einfach aus. 5 Stunden und mindestens 50 Bogen Schreibmaschinenpapier (nur zum Testen) habe ich verballert, bis das erste Bäumchen auch nach Bäumchen aussah. Dann erst kam das hochwertigere Tonpapier zum Einsatz. 120 ( in Worten: Einhundertzwanzig) Tannenbäume benötigen wir für die Tische  – das ist schon ein Brett, oder?  Mein Mann, Schweißperlen auf der Stirn, hat bereits nach exakt 3 Versuchen das Handtuch geschmissen. Seine Bäumchen sahen alle aus wie vom Waldsterben bedroht. Hätte ich fotografieren sollen!

Und was macht der beste Ehemann der Welt, nachdem er mich mit dieser Mammutaufgabe allein gelassen hat. Witze macht er! Kann er eigentlich auch am besten!  Nur diesmal nicht. „Schatz, was heißt Baum auf chinesisch?“ Ratlosigkeit bei mir. „Bin ich Chinese, oder was?“  „Ein Baum heißt TAM, zwei Bäume heißen TAM-TAM und ein ganzer Wald heißt TAMTA-RAM-TAMTAM!“

Und so sehen die Bäumchen (TAM-TAM) aus:https://i1.wp.com/topp-lab.de/wp-content/uploads/2014/12/IMG_9691.jpgUnd auch aus weissem Papier sehen sie hübsch aus!

Für diejenigen unter euch, die die Tannen einmal nacharbeiten wollen, gibt es ein Video bei youtube. Mit diesem tutorial funktoniert die Bastelei bestimmt! Ehrenwort!

https://www.youtube.com/watch?v=RzqFU-QfBG0

Jetzt fehlte uns für die Mitte der Tische noch irgendein Hingucker. Aufgrund der Brandschutzauflagen dürfen Teelichter oder sonstige offenen Feuer bei uns nicht eingesetzt werden. Was können wir also noch Dekoratives herstellen? Edle Blumenvasen mit Tannenzweigen bestücken, ein bisschen Chichi dazu? Zu teuer bei der Menge an Tischen!  Die rettende Idee kam wieder einmal vom besten Ehemann der Welt. „Wir nehmen einfach unsere Kölschgläser, bekleben die hübsch, und hängen irgendeinen weihnachtlichen Glitzerkram dran. Nach 40 Jahren Knast (eigentlich meinte er „Ehe“)  wird sich doch in der Weihnachtsrumpelkiste im Keller noch was Brauchbares finden lassen!“ Das war genial – nicht das mit der Rumpelkiste. Sondern das Bearbeiten der Gläser. Diese kosten uns nichts und außerdem haben wir jede Menge davon. Gesagt, getan! Zwischenzeitlich habe ich etliche Kisten Kölschgläser mit Dekoband von Ikea beklebt, Anhänger in Stern- oder Tannenbaumform (von Aldi) an die Gläser mit rot-weißer Kordel befestigt – und – sieht gut aus! Am Tag der Veranstaltung stopfe ich dann noch kleine Tannenzweige sowie selbstgebackene 15cm hohe Lebkuchenengel hinein. Und fertig ist die FAST KOSTENLOSE Adventdeko!!!

Gläser

Tischdeko

 Eure StricklieseWinter+3

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Da geht mir ein Licht auf…

 

 

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© Christopherus Verlag

Geschafft, geschafft, geschafft!!! 

Eigentlich wollte ich diesen Blogbeitrag ja schon gestern geschrieben haben, aber beim Recherchieren über das Thema „Sankt Martinsbräuche“ muß ich mir wohl einen Trojaner,  Spartaner oder irgend einen anderen Einwohner aus einer mythologischen Gegend eingefangen haben!

Computercrash!!!  Mein Antiviren-und Internetsecurity – Programm zeigte sofort Alarmstufe rot, der Monitor im vorzeitigen Winterschlaf (also tiefgefroren) und mein Eingabegerät hatte sich in Windeseile von der Maus in eine Schnecke verwandelt. Und einige Sekunden später gab diese dann überhaupt keinen Mucks mehr von sich. Der Höhepunkt des gesamten Desasters: Mein Monitor klappte endgültig die Augen zu und verzog sich, mir liebevoll zum Abschied zuzwinkerndZwinki und mit dem gesamten Windows 10 im Gepäck,  in die ewigen Jagdgründe. Nachdem ich 4 (ich betone VIER) Stunden Jagd auf einen Browser-Hijacker und 2 Backdoor-Trojanern gemacht hatte, konnte ich mich dann endlich wieder meinem Blog-Geschreibsel widmen. Gott sei Dank!

PC-JunkieSo mittendrin eine kurze Unterbrechung durch den besten Ehemann der Welt: „Schaaatz, gibt’s heute kein Abendessen?“  „Nein, gibt es nicht! Was ist denn wichtiger, unser Familienleben oder meine Blogbeiträge?“  Immer diese Männer! Können einfach keine Prioritäten setzen! Während ich noch Purzelbäumepuurzelbaum vor Freude darüber schlage, dass ich endlich weiter schreiben kann, ruft mein Mann aus seinem Arbeitsbereich (ihr wisst schon, aus dem Schlafzimmer, in dem sein PC vorübergehend sein Dasein fristet): „Schatz, denkst du morgen auch ganz bestimmt an eine Martinsgans? Ist ja schließlich Tradition! 11.11. Martinstag“. Dieses Datum vergisst er nicht, weil seine Oma (mittlerweile auf Wolke 8 Harfe spielend) an diesem Tag Geburtstag hatte. Natürlich ist das ein Grund, bei mir ein besonderes Essen einzufordern. Denn mit dem 11.11., dem Martinstag, hat mein Mann überhaupt nichts am Hut, für den ist St. Martin doch nur irgend so ein komischer Heiliger mit ’ner Laterne! Na schön, ich teste ihn mal! „Sag mal, du bester Ehemann der Welt, wonach ist denn der Martinstag benannt? Wenn du’s mir sagen kannst, kriegst du vielleicht eine geschmorte Gans!“ (Vielleicht, vielleicht aber auch nicht!)

 

Darauf mein Mann, sich am Kopf kratzend: „Damit die Kinder einem Pferd hinterher rennen können?  War nur ’n Scherz, war nur ein Scherz!“ Also jetzt ernsthaft, ich hab‘ da einen Fußballkollegen der Martin heißt. Aber nach dem würde man bestimmt keinen Feiertag benennen, so schlecht wie der spielt. Auch wäre da noch Nils Holgersson. Seine Hausgans heißt auch Martin, und deshalb gibt es am Martinstag die Martinsgänse. (Ich bin schwer beeindruckt! Da hat man also einen Feiertag, der ja eigentlich keiner ist, nach einer Figur aus einem Kinderbuch benannt. Danke, Selma Lagerlöff!)  „Gibt’s jetzt die Gans zum Essen?“

Gabel

Wohl eher nicht!  Diese Antwort verdient keine 100 Punkte. Außerdem komme ich täglich auf meinem Weg zur Innenstadt an einem schnuckeligen kleinen Bauernhof vorbei und werde dort von einer Schar schnatternder blütenweißer Gänse begrüßt, die speziell für St. Martin und Weihnachten gefüttert oder vielmehr gemästet werden. Allein schon der Gedanke, eines dieser niedlichen Vögel auf meinem Speiseteller zu sehen jagt mir einen Schauer über den Rücken. „Was hältst du eigentlich von Bratwürstchen mit Kartoffelsalat? War doch Omas Lieblingsgericht!“ Keine Antwort werte ich mal als Zustimmung.

(Altes deutsches Sprichwort: Wer andern eine Bratwurst brät, der braucht dazu ein Bratgerät!)

So, da ich das Ernährungsproblem für St. Martin nun geklärt habe, muss ich mich sputen und schnell noch ein Laternchen basteln. Hier in unserem kleinen Städtchen am Niederrhein pflegt man nämlich noch die gute, alte Tradition des Laternenumzuges, verbunden mit einer großen Kirmes. Also, ein echtes Event!  Alle Schulen und Kindergärten machen mit. Die Kinder basteln schon Wochen vorher an Papierlaternen und lernen die passenden Liedtexte für den Umzug:Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir…„.  Und jedes Jahr ist es das gleiche Elend. Da wird mit Mühe und Not ein Pferd organisiert, obwohl ich glaube, dass es seit unendlichen Zeiten immer das gleiche, mittlerweile hochbetagte  Pferd ist. Und für den „St. Martin – Darsteller“ gilt das Gleiche, zumindest was das „hochbetagt“ angeht. In Ermangelung einer schmissigen Musikkapelle fährt ein Wagen mit Lautsprecher vorne weg. So brauchen die Kinder sich um den Gesang nicht zu kümmern und können sich ganz unbedarft ihren Smartphones widmen. Was für ein wunderbarer St. Martins – Abend!!!  

Und während ich noch mit meinen Bastelarbeiten beschäftigt bin, höre ich meinen Mann im Schlafzimmer ein bekanntes, allerdings umgedichtetes Kinderlied singen:

Alle meine Gänschen

dreh’n sich auf dem Grill,

dreh’n sich auf dem Grill,

drehen noch ’ne Runde

und ich ess‘ sie, wann ich will! 

Unglaublich!  Und ruckzuck verschwinde ich mit meiner Laterne.

Tschüß und laßt euer Licht leuchten…jo

Eure Strickliesestricken