Da geht mir ein Licht auf…

 

 

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© Christopherus Verlag

Geschafft, geschafft, geschafft!!! 

Eigentlich wollte ich diesen Blogbeitrag ja schon gestern geschrieben haben, aber beim Recherchieren über das Thema „Sankt Martinsbräuche“ muß ich mir wohl einen Trojaner,  Spartaner oder irgend einen anderen Einwohner aus einer mythologischen Gegend eingefangen haben!

Computercrash!!!  Mein Antiviren-und Internetsecurity – Programm zeigte sofort Alarmstufe rot, der Monitor im vorzeitigen Winterschlaf (also tiefgefroren) und mein Eingabegerät hatte sich in Windeseile von der Maus in eine Schnecke verwandelt. Und einige Sekunden später gab diese dann überhaupt keinen Mucks mehr von sich. Der Höhepunkt des gesamten Desasters: Mein Monitor klappte endgültig die Augen zu und verzog sich, mir liebevoll zum Abschied zuzwinkerndZwinki und mit dem gesamten Windows 10 im Gepäck,  in die ewigen Jagdgründe. Nachdem ich 4 (ich betone VIER) Stunden Jagd auf einen Browser-Hijacker und 2 Backdoor-Trojanern gemacht hatte, konnte ich mich dann endlich wieder meinem Blog-Geschreibsel widmen. Gott sei Dank!

PC-JunkieSo mittendrin eine kurze Unterbrechung durch den besten Ehemann der Welt: „Schaaatz, gibt’s heute kein Abendessen?“  „Nein, gibt es nicht! Was ist denn wichtiger, unser Familienleben oder meine Blogbeiträge?“  Immer diese Männer! Können einfach keine Prioritäten setzen! Während ich noch Purzelbäumepuurzelbaum vor Freude darüber schlage, dass ich endlich weiter schreiben kann, ruft mein Mann aus seinem Arbeitsbereich (ihr wisst schon, aus dem Schlafzimmer, in dem sein PC vorübergehend sein Dasein fristet): „Schatz, denkst du morgen auch ganz bestimmt an eine Martinsgans? Ist ja schließlich Tradition! 11.11. Martinstag“. Dieses Datum vergisst er nicht, weil seine Oma (mittlerweile auf Wolke 8 Harfe spielend) an diesem Tag Geburtstag hatte. Natürlich ist das ein Grund, bei mir ein besonderes Essen einzufordern. Denn mit dem 11.11., dem Martinstag, hat mein Mann überhaupt nichts am Hut, für den ist St. Martin doch nur irgend so ein komischer Heiliger mit ’ner Laterne! Na schön, ich teste ihn mal! „Sag mal, du bester Ehemann der Welt, wonach ist denn der Martinstag benannt? Wenn du’s mir sagen kannst, kriegst du vielleicht eine geschmorte Gans!“ (Vielleicht, vielleicht aber auch nicht!)

 

Darauf mein Mann, sich am Kopf kratzend: „Damit die Kinder einem Pferd hinterher rennen können?  War nur ’n Scherz, war nur ein Scherz!“ Also jetzt ernsthaft, ich hab‘ da einen Fußballkollegen der Martin heißt. Aber nach dem würde man bestimmt keinen Feiertag benennen, so schlecht wie der spielt. Auch wäre da noch Nils Holgersson. Seine Hausgans heißt auch Martin, und deshalb gibt es am Martinstag die Martinsgänse. (Ich bin schwer beeindruckt! Da hat man also einen Feiertag, der ja eigentlich keiner ist, nach einer Figur aus einem Kinderbuch benannt. Danke, Selma Lagerlöff!)  „Gibt’s jetzt die Gans zum Essen?“

Gabel

Wohl eher nicht!  Diese Antwort verdient keine 100 Punkte. Außerdem komme ich täglich auf meinem Weg zur Innenstadt an einem schnuckeligen kleinen Bauernhof vorbei und werde dort von einer Schar schnatternder blütenweißer Gänse begrüßt, die speziell für St. Martin und Weihnachten gefüttert oder vielmehr gemästet werden. Allein schon der Gedanke, eines dieser niedlichen Vögel auf meinem Speiseteller zu sehen jagt mir einen Schauer über den Rücken. „Was hältst du eigentlich von Bratwürstchen mit Kartoffelsalat? War doch Omas Lieblingsgericht!“ Keine Antwort werte ich mal als Zustimmung.

(Altes deutsches Sprichwort: Wer andern eine Bratwurst brät, der braucht dazu ein Bratgerät!)

So, da ich das Ernährungsproblem für St. Martin nun geklärt habe, muss ich mich sputen und schnell noch ein Laternchen basteln. Hier in unserem kleinen Städtchen am Niederrhein pflegt man nämlich noch die gute, alte Tradition des Laternenumzuges, verbunden mit einer großen Kirmes. Also, ein echtes Event!  Alle Schulen und Kindergärten machen mit. Die Kinder basteln schon Wochen vorher an Papierlaternen und lernen die passenden Liedtexte für den Umzug:Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir…„.  Und jedes Jahr ist es das gleiche Elend. Da wird mit Mühe und Not ein Pferd organisiert, obwohl ich glaube, dass es seit unendlichen Zeiten immer das gleiche, mittlerweile hochbetagte  Pferd ist. Und für den „St. Martin – Darsteller“ gilt das Gleiche, zumindest was das „hochbetagt“ angeht. In Ermangelung einer schmissigen Musikkapelle fährt ein Wagen mit Lautsprecher vorne weg. So brauchen die Kinder sich um den Gesang nicht zu kümmern und können sich ganz unbedarft ihren Smartphones widmen. Was für ein wunderbarer St. Martins – Abend!!!  

Und während ich noch mit meinen Bastelarbeiten beschäftigt bin, höre ich meinen Mann im Schlafzimmer ein bekanntes, allerdings umgedichtetes Kinderlied singen:

Alle meine Gänschen

dreh’n sich auf dem Grill,

dreh’n sich auf dem Grill,

drehen noch ’ne Runde

und ich ess‘ sie, wann ich will! 

Unglaublich!  Und ruckzuck verschwinde ich mit meiner Laterne.

Tschüß und laßt euer Licht leuchten…jo

Eure Strickliesestricken

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