Stricken für Rio 2016

 

 

 

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Usain Bolt

 

tanz    Samba de Janeiro

Das ist schlimm! Jetzt habe ich gerade erst das Fussballfieber nach der EM auskuriert, da packt mich der Olympia-Rausch. Das heißt mit anderen Worten: Bei mir ruht die Arbeit nicht nur sonntags, sondern ständig. Jedenfalls so lange wie die Olympiade in Rio andauert. Das wirklich Lebensnotwendige erledige ich halbherzig im Schweinsgalopp, alles andere gar nicht. Würde ich auch nicht schaffen, da ich die Live-Übertragungen von ARD und ZDF von Sendebeginn bis Sendeschluss gebannt verfolge, bis meine – mittlerweile – leicht aufgequollenen Augen von allein zuklappen. Mit euphorischen  Anfeuerungsrufen (unser Nachbar hat sich schon über die Lautstärkebelästigung beschwert) begleite ich jedes Rennen und jeden Kampf der deutschen Teilnehmer und hoffe auf eine Goldmedaille.   freu freu freu Und wenn es dann nichts wird – Enttäuschung pur. „Schluchz!“

Bei den Schwimmwettkämpfen hielten sich meine Temperamentsausbrüche allerdings  in Grenzen. Die Ergebnisse unserer DSV-Sportler waren auch gar nicht dazu angetan, Purzelbäume zu schlagen, waren sie doch eher sehr, sehr mau (ugs. für schlecht!).  Irgendwie hatte ich ständig das Gefühl, unsere Schwimmer auf halber Strecke vor dem Ertrinken retten zu müssen. Die Übertragungen der wirklich hochinteressanten Wettbewerbe  wie Dressurreiten oder Golf geben mir schon mal die Gelegenheit für ein klitzekleines Nickerchen. Oder ich stelle schnell mal die Waschmaschine an oder kurve  kurzentschlossen mit dem Wischmop durch die Küche. Das heißt jetzt aber nicht, dass ich diese Sportarten nicht mag. Nein, keineswegs, sie dauern nur so unendlich lang. In dieser Zeit kann ich mich sogar manchmal der Zubereitung unserer Nahrung widmen, begleitet von Visionen, wie ich das Kotelett selber mit Pfeil und Bogen oder dem Luftgewehr erlege.

Damit hat es sich aber auch schon mit der Erfüllung meiner hausfraulichen Pflichten. Die können warten bis nach der Olympiade. Schrubben kann ich täglich – Olympia gucken nur alle 4 Jahre.

Also wie gesagt – bei mir findet Sportübertragung rund um die Uhr statt. Morgens um 9.oo Uhr fange ich mit der Wiederholung der Übertragungen vom Vortag an. Könnte ja sein, dass ich doch etwas Wichtiges verpasst habe.   grkaffee  Dazu mache ich es mir aber so was von gemütlich. Als Erstes: TV-Gerät anschalten, wichtig! Sich bequem aufs Sofa hiefen, ganz wichtig!  Dann frühstücken mit den Athleten, allen voran „Usain Bolt“, ganz besonders wichtig!  Der „beste Ehemann der Welt“ muss den Vorturner machen und das Frühstück zubereiten. Tut er auch! Allerdings klappt dieses meistens nur bedingt. Herrjeh! Das Röstbrot ist total verbrannt, der Toaster in Flammen aufgegangen. (Das ist jetzt keine Übertreibung, es ist tatsächlich passiert!)  Das Frühstücksei ist so hart, dass unsere Hockeymannschaft damit spielen könnte.

„Schatz, das verstehe ich auch nicht. Jetzt habe ich die Eier schon 12 Minuten kochen lassen und sie sind immer noch hart! Wie kann das denn sein?“ Der „beste Ehemann der Welt“ überrascht mich immer wieder aufs Neue. Auf meine Frage nach dem Stand des Medaillenspiegels hat er mir doch tatsächlich unseren großen antiken Wandspiegel ins Wohnzimmer gewuchtet und mich verwundert gefragt, was ich denn damit vorhätte! 

Doch solche kleinen Widrigkeiten tun meiner Olympiastimmung keinen Abbruch. Denn nun – nach dem Frühstück schlage ich Wurzeln auf dem Sofa und nutze nur noch die Werbepausen für  Toilettengänge und andere Dinge, die ich erledigen muss und die definitiv nicht aufschiebbar sind. Und mit mir auf dem Sofa rekeln sich – dreimal dürft ihr raten – meine Stricknadeln und meine Wolle, denn ohne Handarbeiten geht auch keine Olympiade.

Als Ergebnis dieser Strickarbeiten habe ich Euch vorab „Husain Bolt“ mitgebracht. Ich hoffe, ich schaffe es zeitlich noch, Euch im Laufe der Olympic Games den einen oder anderen Athleten nachzureichen. Schauen wir mal!

Mit viel Sportsgeist verabschiedet sich

Eure Anneliese

 

 

 

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