Tag-Archiv | Stricklieseblog

Die Schlümpfe sind los….


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Das wurde aber auch Zeit! Nach einer gefühlten Ewigkeit kann ich mich mal wieder zu Wort melden. Nach zwei Krankheiten und einem Todesfall können wir – der „beste Ehemann der Welt“ und ich – endlich wieder durchschnaufen. Die Renovierung ist abgeschlossen. Alles ist fertig! Böden, Wände, Türen und auch unsere Nerven. Fertig! 

Noch während des ganzen Gebrassels habe ich es (da es Himmelfahrt war) für angemessen gehalten, den „besten Ehemann der Welt“ einfach mal aus dem Tohuwabohu herauszuholen und in einen in der Nähe gelegenen Biergarten auf ein leckeres Essen und so ein, zwei Bierchen einzuladen. Na ja, zugegeben, das war nicht ganz uneigennützig von mir. Ich hatte definitiv keine Lust zu kochen. Außerdem war das Wetter super, die Sonne schien und es war herrlich warm. Also alles in Butter! 

  Super!So trabten wir beide gut gelaunt zur A 2 (so heißt bei uns der Wanderweg  in Richtung Rhein). Mit uns schien jedoch die gesamte Bevölkerung im Umkreis von 50 km kollektiv auf die gleiche Idee gekommen zu sein. Ihr werdet es nicht glauben, wie viele Menschen da unterwegs waren. Massenhaft Radfahrer überholten uns – mit Packtaschen beladen oder mit am Fahrrad angehängten Bollerwagen. Die waren genauso gut gelaunt und fröhlich wie wir. Das konnte ja heiter werden! Und das wurde es auch! Als wir, hungrig und durstig, den Biergarten erreichten, mussten wir uns einen leeren Platz regelrecht erkämpfen. Denn die Radler hatten – wen wundert’s – bereits 99% der Plätze in Beschlag genommen und waren gerade eifrig dabei, sich bis zum Eichstrich voll laufen zu lassen.

najaaaa   Einer von ihnen hatte es sich besonders gemütlich gemacht. Halb sitzend, halb liegend, die Beine weit von sich gestreckt, rief er lautstark: “ Eh, Leute! Ist das geil! Saufen und dabei braun werden! Gibt’s was Besseres?“ Und schwenkte dabei sein Weizenbierglas hoch über seinen Kopf, dass das Bier nur so spritzte. Und da fiel es uns wie Schuppen aus den Haaren. Na klar! Es war VATERTAG! Aber im Grunde genommen kümmerte uns das herzlich wenig – jedenfalls so lange nicht, bis die gesamte Meute mit steigendem Alkoholpegel anfing zu singen. Oder sollte ich besser sagen, zu grölen! Fangesänge!  (Warum meinen eigentlich alle Fussballfans, dass sie begnadete Sänger sind? Bei DSDS würde es keiner von denen bis ins Recall schaffen!) Ein jeder schmetterte ein anderes Lied. Ein heilloses Durchander!

„Zebrastreifen, weiß und blau, ein jeder weiß genau, das ist der MSV!“ „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“ „Schala lala la laa! BVB!“ und „Steht auf, wenn ihr Schalker seid!“ Eine einheitliche Fangesinnung war da auch nicht auszumachen! Diese Störung war mehr als unangenehm. Eine nette Konversation zu zweit? Denkt gar nicht erst daran! Ich war auf hundertachtzig oder noch mehr, das könnt ihr mir glauben! Gerade als ich meinem Unmut Luft machen und diesem gesamten Verein mal tüchtig meine Meinung sagen wollte, meinte der „beste Ehemann der Welt“, cool und gelassen wie immer, nur:“ Schatz, bleib locker! Lass‘ sie doch. Ist halt Vatertag! Sind eben alles Schlümpfe!“ Ich muss wohl sehr intelligent geschaut haben. „Schlümpfe? Wieso Schlümpfe?“ „Na ja, sind doch alle total blau!“

Kurze Zeit darauf – dem Herrgott sei Dank – radelte die Karawane, weiterhin lautstark singend, zur nächsten Bierstation weiter: „Jommer in en andere Kaschämm! Schämm!“

So wurde der Tag doch noch schön. Und das Beste daran! Als wir am späten Nachmittag wieder zu Hause waren, kramte ich erst einmal mein Strickzeug hervor und habe Schlümpfe gestrickt. Mein Dank gilt dem „besten Ehemann der Welt“ und den singenden Radfahrern, ohne die meine Schlümpfe gar nicht erst entstanden wären! 

 


Bis dann!

Adé  Eure Anneliese

 

 

 

 

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Frohe Ostern!

Wollt ihr wissen, wie bei uns der Hase läuft?

 

So sollte er eigentlich laufen, schließlich ist Ostern der höchste Feiertag des Christentums. Doch bei uns läuft der Hase zur Zeit etwas anders. Eigentlich wollte ich es mir an den Feiertagen so richtig gemütlich machen. Stricken, häkeln, chillen und so weiter. Aber das fällt alles aus wegen „ist nicht“.

   saugen  Der Grund:  Renovierungswahn! Sehr zum Leidwesen des „besten Ehemannes der Welt“ werde ich einmal im Jahr von einem – leider ihn nicht ansteckenden – Virus befallen, dem Renovierungs-, Aufräum – und Entrümpelungsvirus. Und ausgerechnet jetzt, so kurz vor Ostern, hat es mich ganz, ganz fürchterlich erwischt. Nachts habe ich Schlafstörungen, weil ich vom Deckenstreichen träume. Tagsüber werden alle Schränke ausgeräumt und „Überflüssiges“ in blaue Müllsäcke befördert, obwohl ich tief in meinem Innern weiss, dass ich einige der entsorgten Dinge spätestens in 2 – 3 Monaten wie verrückt suchen werde. Dennoch kann ich mich diesem Wegwerf-Zwang einfach nicht entziehen. „Schatz, wo ist eigentlich mein neuer Trainingsanzug, den habe ich noch gar nicht ausgepackt?“ Der „beste Ehemann der Welt“ wühlt hektisch in seinem Kleiderschrank und reißt ein Teil nach dem anderen heraus. Oh je! Nur gut, dass sich die Müllsäcke noch in Reichweite (sprich: Keller) befinden. Klammheimlich fische ich den Anzug aus einem der Säcke und überreiche ihn meinem Mann. Dabei pfeife ich vor mich hin, so als wäre nichts passiert. „Habe ich von der Wäscheleine geholt! Neue Sachen soll man erst einmal durchwaschen, oder?“

Und was das Renovieren angeht!!! Die Bodenbeläge für sämtliche Räume, die nicht mit Fliesen ausgestattet sind, sind bereits geordert. Werden in 1-2 Tagen geliefert. Tapeten, Farben, Kleister, mehre Sorten Pinsel, Quasten  und alle sonst noch notwendigen Werkzeuge haben wir bereits gekauft. Sogar für neue Perlatoren für die Wasserhähne habe ich gesorgt. 50 Stück! Sie waren im Angebot! So viele Wasserhähne haben wir zwar nicht, aber der Preis war bei der Menge ein Schnäppchen. Die Verkäuferinnen und Verkäufer im Baumarkt verschwinden jedes mal in irgendwelche Katakomben, wenn ich dort – täglich – aufschlage und mich fachmännisch beraten lasse. Ich höre sie innerlich aufstöhnen: „Nicht DIE schon wieder!!!“ Und jetzt hat es sich der gesamte eingekaufte Klimbim in meinem Wohnzimmer erst einmal so richtig gemütlich gemacht und wartet auf seinen Einsatz.

 kraaaank    Aber, aber, aber! Ausgerechnet jetzt ist der „beste Ehemann der Welt“, mein Handwerker vom Dienst,  einer echten Krankheit zum Opfer gefallen. Der Ärmste! Eine schwere Erkältung  hat ihn vorerst auf die Ersatzbank geschickt! Na ja, so ca. 3 Tapetenbahnen kriegt er – in seinen Fieber freien Minuten –  pro Tag noch an die Wand. Da läßt es sich ja leicht ausrechnen, wann wir bei einer 90 m² großen Wohnung in etwa fertig sind. Pfingsten vielleicht? Ihr seht, das Chaos ist bei uns absolut perfekt! Zum Eiersuchen wie geschaffen. Doch ICH wäre nicht ICH, wenn ich untätig darauf warten würde, bis der „beste Ehemann der Welt“ wieder genesen ist. Darum habe ich mir im Baumarkt 3 Dosen Lackfarbe in verschiedenen Grautönen – da war ich ein wenig unsicher – besorgt. Die Türzargen sollten ja auch noch gestrichen werden und zwar grau. Beherzt habe ich die erste Farbe aufgetragen. Viel zu dunkel! Die nächste probiert. Aha! Noch dunkler! Und die dritte Farbe, na ja, die war eher blau als grau. Warum sehen eigentlich die Farben auf den Dosenetiketten immer anders aus, als sie in Wirklichkeit sind?  Das Ende vom Lied,  die Türrahmen sind jetzt wieder weiß gestrichen!

So ihr Lieben! Nun muss ich aber Schluss machen. „Der beste Ehemann der Welt“ steht neben mir und möchte ausnahmsweise mal eine Tapetenbahn an die Wand kleben und dazu braucht er meine Hilfe. Wegen erkältungsbedingter Gelenkschmerzen.

Schöne Feiertage wünscht Euch

stricken  Eure Anneliese

Wenn Frau neuen Schmuck braucht…

 

 

 

 

 

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Ich weiß nicht, ob es Euch genauso ergeht wir mir. Immer, wenn ich zu einem besonderen Outfit einen schönen oder auffallenden Halsschmuck benötige, ist gerade das Passende nicht in meiner Schmuckschatulle zu finden. Na ja, eigentlich besitze ich ja nicht einmal eine Schatulle, sondern nur ein klitzekleines, schlichtes Kästchen von meinem Lieblingsschweden, das ich liebevoll mit Häkelblumen aufgemotzt habe. Darin lagern jetzt meine Kronjuwelen. Von Bijou Brigitte!  Und da das Kistchen wirklich sehr, sehr winzig ist finde ich auch nie etwas Adäquates zu meinen Klamotten. Seufz!!! Ich bin eben nicht der Typ, der sich von Kopf bis zu den Zehen mit Glitzerkram behängt. Der „beste Ehemann der Welt“ weiß das natürlich und ist überglücklich darüber. Und genau aus diesem Grund bekomme ich zu Weihnachten immer etwas Praktisches oder Nützliches geschenkt. Einen neuen Schnellkochtopf beispielsweise. Oder Bücher!!!  Vielversprechende Bücher – mit Titeln wie „Zwanzig Jahre vierzig bleiben“, die „Kneippschen Wasserkuren“ oder die „100 besten Anti-Aging-Tipps“. Alles schon vorgekommen.

Vor einigen Tagen bekamen wir mal wieder eine Einladung zu einem „runden“ Geburtstag. Anlass genug für mich, mir ein neues Kleid zu zulegen. Ein schwarzes Strickkleid, so ein Figur nahes, heißes Teil! Obwohl mein Ehemann permanent behauptet schwarz (und auch weiß) stünden mir absolut nicht! Nur weil ich blond bin und immer etwas blutarm wirke. Milde ausgedrückt. Aber ich stehe nun mal auf weiße Blusen und schwarze Pullis. Deswegen lasse ich mir in Kleiderfragen generell nicht reinreden. Punkt.

„Schatz! Du siehst aber heute äußerst käsig aus. Du weißt doch, dass du in „schwarz“ immer krank wirkst! Lege wenigstens etwas Make-up auf! Oder noch besser! Ziehe einfach was anderes an!“ Das war die erste Reaktion auf mein nagelneues Kleid. So ist er – der „beste Ehemann der Welt“ – immer ein Gentleman und Frauenversteher. Denn – ich war bereits geschminkt. Und äußerst sorgfältig obendrein!

 Stolz Aber mein prüfender Blick in den Spiegel verriet mir: Der Gute hatte ja vollkommen recht. Ich sah momentan eher nach trauriger Beerdigung als nach lustiger Feier aus. Aber den Dress ändern? Nee, nee, ging gar nicht. Schließlich hatte ich mir das Kleid extra für diesen Geburtstag gekauft. Also wickelte ich wild entschlossen sämtliche Tücher und Schals, die ich finden konnte um den Hals. Niete! Sah alles doof aus. Und der Blick in mein IKEA-Kästchen stürzte mich dann restlos in die Depression. Das Zeug, das darin lag, war entweder zu mickrig oder zu trutschig! Für meine Begriffe jedenfalls.

„Schaaatz! Ich brauche jetzt dringend irgend etwas für meinen Hals. Ansonsten ist der Geburtstag für mich gestorben. Mußt du halt allein hingehen!“ Antwort: „Da haste was für deinen Hals!“ Grinsend reichte mir der „beste Ehemann der Welt“ ein Stück Seife der Marke Bulgari. HERRENSEIFE!

 Hurra   Aber dann kam die Rettung! Und zwar in Form meiner alten Handarbeitstruhe, die mir beim Suchen nach Accessoires in die Hände gefallen war. Jetzt könnt Ihr mal raten, was diese enthielt! Halsketten!!! Die hatte ich bereits in der Steinzeit aus Langeweile und nur so just for fun mal gehäkelt oder genäht. Die sahen zwar auch ziemlich bieder aus, aber immerhin waren es meine eigenen Werke. Alles UNIKATE, jawoll! Und damit waren mein  Kleid und auch die Party gerettet. Und was soll ich Euch sagen! Meine Halskette war der Burner. Mittlerweile mußte ich für drei der Gäste so ein „Kettchen“ anfertigen. Ist das nicht irre? Ich habe mal eine Auswahl fotografiert. Aber bitte, tut mir den Gefallen und lacht Euch nicht halbtot!

 

 

hallo Tschüß!

Eure Anneliese

p.s. Solltet ihr den Schmuck nacharbeiten wollen, gebe ich Euch morgen auf der Anleitungsseite einige Tipps. Richtige Anleitungen gibt es ja nicht, weil ich die Ketten einfach aus dem Bauch heraus gehäkelt habe!!!

 

 

Der grosse Puppenwaschtag!

Einen schönen, guten Morgen allerseits!

   Putzi  Heute, in aller Frühe, hat mich plötzlich der Aufräumwahn gepackt. Sind das bereits die ersten Frühlingsgefühle, die mich zum Frühjahrsputz ermuntern?  Ostern ist ja nicht mehr weit! Also frage ich den „besten Ehemann der Welt“,  ob er mir beim Großreinemachen helfen könne. Doch die Männer (Ausnahmen bestätigen die Regel)!!! Sie stellen sich einfach taub und hören weg. Nach der zweiten Aufforderung bekomme ich als Antwort nur: „Was du immer hast! Hier ist doch gar nichts schmutzig! Ich sehe keinen Staub und auch keinen Dreck!“ Toll, jetzt ist er nicht nur taub, sondern auch noch blind geworden. „Schatz, ich möchte eigentlich heute nur alle Puppen und Kuscheltiere reinigen. Die müssen nämlich auch mal gewaschen werden.  Alles andere mache ich dann morgen selber!“ Zu seiner Ehrenrettung muss ich sagen, hat mir der Gute tatsächlich sämtliches Spielzeug aus den Schränken, aus den Vitrinen, aus den Truhen, von den Regalen und sonstigen Ecken zusammen gesucht und das war schon eine Mammutaufgabe. Er hat sie vorsorglich in  11 Körbe (ich betone elf und in jedem Korb ca. 10 Puppen) gepackt und mir zum Reinigen hingestellt. Nur waschen muss ich sie halt selber. Da traut er sich nicht ran.

 :Badewanne: Die ersten Puppen schwimmen gerade in der Badewanne und machen ihr Seepferdchen. Ob alle diesen Waschtag überleben werden? Wir werden es ja sehen!  Allerdings hat Harry Potter schon seine Brille verloren. Diese ist jetzt defekt. Aber mit einem Zauberspruch: „Oculus reparo!“ werde ich sie wieder richten können.

Ich habe mal einen Korb fotografiert, um euch zu zeigen, wie mein Tag heute – arbeitstechnisch gesehen – verläuft. Also bitte, eine Runde Mitleid!

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Das ist Korb Nr. eins.

 

Und das ist der zweite Korb. Die Restlichen erspare ich mir und euch!

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Gelegentlich nehme ich mir mal die Zeit und schreibe die Anleitungen zu meinen selbst entwickelten Puppen. Die Anleitungen von anderen Anbietern darf ich natürlich nicht zur Verfügung stellen, aber ich kann euch den Link dazu nennen. 

Bis dann mal!

AdéEure Anneliese

Eigentlich hatte ich ja heute viel vor, jetzt habe ich morgen viel vor! (Spruch des Tages)

 

 

 

Fettnäpfchen

Hallo, meine Lieben!

ich glaube, ihr wisst alle was ein Fettnäpfchen ist! Und ich, ja ich, gehöre zu denjenigen, die alle nasenlang in einem dieser unbequemen Näpfchen landet. Der „beste Ehemann der Welt“ behauptet sogar, dass mein zweiter Wohnsitz das Fettnäpfchen ist. Das krasseste Beispiel dazu ist mir vor einigen Tagen passiert. Und das kam so.

  Um die Mittagszeit war ich mal schnell zum Einkaufen in die Stadt gegangen. Da traf ich – plötzlich und unerwartet – eine frühere Freundin aus meiner meiner Sturm- und Drangzeit. Lang, lang ist’s her, dass wir uns das letzte Mal gesehen hatten; grob geschätzt mehr als 30 Jahre, und zwar auf einer dieser Neuen-Deutschen-Welle-Feten. Und Uschi, ja die war damals ein echt heißes Modell, also so ziemlich das genaue Gegenteil von mir. Ich habe mich wirklich gefreut, sie nach sooo langer Zeit wieder zu sehen. Erstaunlicherweise hatte ich sie sofort erkannt, obwohl ich normalerweise ein sehr schlechtes Menschengedächtnis habe! Früher hatten wir viel miteinander unternommen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann haben wir zusammen Fussballspiele angeschaut, Parties geschmissen und sogar spasseshalber noch einmal die Tanzschule besucht. War schon der Wahnsinn! Aber sehr schön! Ich glaube, Uschi war auch ganz angetan, mich zu sehen. Jedenfalls: Umarmung! Küsschen links, Küsschen rechts, Küsschen wieder links. Wie der Bruderkuss von Michail Gorbatschow und Erich Honecker zum 40. Staatsjubiläum der DDR. Doch dann:  Enttäuschung pur. Völlig emotionslos leierte sie die üblichen Begrüßungsfloskeln herunter. „Wie geht es dir? Was machst du noch so?  Du siehst aber gut aus!“ Antwort meinerseits: „Ja, alles bestens, Mir geht’s gut. Läuft!“ (Ich kann auch Floskeln).  Und ehrlich wie immer bemerkte ich: „Aber DU siehst gar nicht gut aus! Bist du etwa krank? Sooo abgemagert!“  (Au weia, da war es wieder, mein Fettnäpfchen) Die Kälte, die jetzt aufkam, war körperlich spürbar. Uschis Erwiederung, sehr spitz und eine Tonlage höher: „Ich bin defintiv NICHT krank, eher das Gegenteil! Ich treibe viel Sport   für meine Figur (das ist keine Figur, das ist ein Knochengestell). Schwimmen und Joggen täglich und einmal die Woche ins Fitnessstudio!“  „Oh, sorry!“ Ich musste unbedingt vom Thema ablenken, sonst würde das hier peinlich. „Wie geht es Rudi? Grüß‘ ihn mal schön von uns!“(Rudi war immer ein besonders lustiger und charmanter Typ, den wir sehr mochten!) „Rudi und ich sind seit 12 Jahren geschieden!“ Ja, wundert mich das? „Ich habe seit einiger Zeit einen neuen Lebensabschnittgefährten (welch‘ ein Wort, kann sie nicht einfach Freund oder Lover sagen?) Da drüben steht er, an dem Schaufenster. Er schaut sich die Modelleisenbahnen an!“ Neugierig beäugte ich diesen neuen Mann in Uschis Leben.„Na, hör‘ mal, Uschi! Ist der nicht ein bisschen zu jung für dich?“ Der ist doch mindestens 10 Jahre jünger!“ (Oops, wieder winkte mir das Fettnäpfchen freundlich zu. Kann ich nicht einfach erst denken und dann reden? Nein, kann ich nicht.) „Also, meine liebe Anne, zu deiner Information, Norbert ist exakt 1 Jahr und 3 Monate älter als ich.“ Ich musste mir etwas Aufmunterndes einfallen lassen, denn die Stimmung näherte sich gefährlich dem Gefrierpunkt.  Hinterherzieh      Wild entschlossen hakte ich Uschi unter und zog sie in Richtung der gegenüber liegenden Eisdiele. „Wir beide ziehen uns jetzt einen fetten Eisbecher rein und quatschen über alte Zeiten!“ Dieser Tag war offensichtlich nicht der Tag zum Lottospielen, denn Uschi konterte sofort: „Keine Chance, Anne! Ich ernähre mich seit einiger Zeit nur ayurvedisch. Süßes verboten!!!“ (Zum Verständnis: Uschi war füher Köchin – eine sehr gute sogar – in einem Restaurant. Und dem Essen war sie nie abgeneigt!) Ich lasse nicht locker: „Na gut, dann spendiere ich dir eben einen Kaffee oder Capucchino plus einen Asbach! Komm‘ schon!“ Wieder eine Absage: „Auch das nicht. Coffein, Nikotin, Alkohol, alles das ist doch total ungesund. Kommt für mich nicht in Frage!“ Aha, Uschi ist also vom Saulus zum Paulus mutiert! Früher war keine Flasche mit alkoholischem Inhalt vor ihr sicher. Und gequalmt haben wir doch alle wie die Schornsteine! Wiederum versuche ich einen Themawechsel. Ich werde die Uschi doch wohl noch aus dem Quark kriegen!!! „Kochst du noch im „Alten Ochsen? Dann kommen wir mal zum Essen bei dir vorbei. Ich fänd’s super!“ Eigentlich hatte ich das nur gesagt, um überhaupt was zu sagen, ohne gleich wieder den Griff ins Klo zu tun. Uschis Antwort darauf hatte mich dann aber komplett umgehauen: „Norbert (also der neue Lover!) und ich haben eine Umschulung gemacht. Wir unterrichten jetzt Yoga, Qui-Gong, Meditation und Autogenes Training. Wir beraten bei Eheproblemen und machen Familienaufstellungen. Wenn ihr möchtet, im Kundalini-Yoga-Kurs sind noch Plätze frei. Könntet ihr gern mal – unverbindlich natürlich – reinschnuppern.“ Nee, Uschi, eher nicht!!! Ich sagte das jetzt nicht laut, sondern statt dessen: „Wenn ihr Lust habt, könnt ihr – also du und Norbert – auch mal bei uns vorbei kommen. Trinken wir eine schöne Tasse grünen Tee zusammen. Ich backe einen ayurvedischen Ingwerkuchen und schauen dann gemeinsam Bibel TV im Fernsehen!“ (Das letzte Fettnäpfchen, aber das mit Absicht!)

Spätestens jetzt hatte Uschi gemerkt, dass die Chemie zwischen uns nicht, aber auch gar nicht mehr stimmt. Und das war das Ende einer anfangs so hoffnungsvollen Begegnung!“

 „Schatz, ich habe Uschi getroffen!“ Der „beste Ehemann der Welt“ guckt mich verständnislos an: „Welche Uschi?“ „Ach, weisst du nicht mehr. Die Frau vom Rudi!“ Mein Ehemann schmunzelnd: „Ja, ich weiss! Das war ja mal ein heißer Feger!“ Ich: „Ja, Schatz, WAR, das ist der richtige Ausdruck! Sie hat uns zu einem kostenlosen Kundalini-Yoga Kurs eingeladen!“

Ungläubiges Kopfschütteln vom „besten Ehemann der Welt“ bevor er den Rückzug an seinen Computer antritt, dabei vor sich hinmurmelnd: „Ein Kamasutra-Kurs wäre mir lieber!“

Und ich, was mache ich jetzt? Ich stricke mal wieder. Einen Teddy zum Knuddeln, den brauche ich jetzt!

Tschüss

Eure Anneliese Taaaaaaaank

(Anmerkung der Autorin: Bei der obigen Handlung handelt es sich um eine frei erfundene Geschichte. Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder verstorbenen Personen wäre rein zufällig!)

 

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Die Anleitung zu diesem Thema stammt von zuHausewohnen.

http://www.zuhausewohnen.de/downloads/strickanleitungen/download/teddy-grossfuss-aus-feiner-merinowolle

Winterzeit ist Kuschelzeit!

 

 

 

Gehäkeltes Blumenkissen

Gehäkeltes Blumenkissen

 

Ja, meine Lieben, gibt es etwas Schöneres in der dunklen Jahreszeit, wenn es draußen so richtig ungemütlich, regnerisch, schmuddelig oder knackig kalt ist, als sich gemütlich auf dem Sofa zu lümmeln und die Seele baumeln zu lassen? Dazu ein aromatisches Heißgetränk, nach winterlichen Gewürzen duftend, auf dem Beistelltisch zwischen Schokolade und Keksen geparkt. Im TV läuft eine Krimiserie – ja, nicht gerade meine Lieblingsserie – aber immerhin Wilsberg. Zum Chillen reicht der gerade so la la.

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Gut, aber was passiert, wenn der „beste Ehemann der Welt“ ein komplettes Sky-Abonnement sein eigen nennt und nur ein Fernsehgerät in der Wohnung zu finden ist? Das ist ganz gefährlich! Ehrlich!

Aber im Moment sitzt dieser „beste Ehemann der Welt“ wie immer – Gott sei Dank! – vor seinem PC im Arbeitszimmer (eigentlich im Schlafzimmer, aber nur vorübergehend). Und da sitzt er schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Ich hoffe, er ist noch nicht am Stuhl angewachsen oder inzwischen verstorben. Einmal nachschauen, okay, alles bestens! Jetzt kann ich in aller Ruhe „Wilsberg und Ekki Talkötter“ geniessen! Super!

Aber! Aber! Aber! Es ist hart, denn manchmal schlägt das Schicksal unerbittlich zu. Und zwar dieses Mal in Form meiner Spülmaschine „Minna“. Diese hat gerade das dreckige Geschirr geschafft und piepst nun unaufhörlich vor sich hin, weil sie ausgeräumt werden möchte. Piep, piep, piep, piep…. das Ganze natürlich viel, viel lauter und schriller.

„Gib‘ endlich Ruhe, du blödes Ding!“ fluche ich innerlich. Das Ding scheint auf Telepathie nicht zu reagieren und pfeift weiterhin fröhlich vor sich hin, und – wie ich meine – noch lauter als vorher, nur um mich zu ärgern. Tja, da hilft tatsächlich nur eines: Aufstehen und die Minna ausschalten! Ist eigentlich nur eine Aktion von ca. 1 Minute Dauer.

Aber jetzt kommt’s! Ich habe meinen Chillplatz auf dem Sofa noch nicht wieder erreicht, da sehe ich schon (und höre es auch) wie sich Manuel Neuer und seine anderen Bayernstrategen mit dem Verein für Leibesübungen Bochum um den DFB-Pokal streiten. Und zwar auf meinem Wilsberg-Bildschirm, das ist doch nicht zu fassen! Ich war wirklich nur eine klitzekleine Sekunde in der Küche!

„Schatz, ich dachte, du wolltest nicht mehr gucken. Du warst auf einmal verschwunden, ich habe dich die ganze Zeit schon gesucht.“ (Ist der Weg zu meiner Küche etwa das Bermuda-Dreieck?) „Und außerdem kennst Du den Film doch schon…oder? Wann komme ich schon mal dazu, ein Fußballspiel zu sehen!“  

Ach ja, was soll das denn jetzt?

„Also, mein entzückendes Lockenköpfchen!“ (mein Mann hat ab Stirn aufwärts mittlerweile, na, wie soll ich das sagen, mehr Kopfhaut als Skalp). „Du ziehst Dir generell die erste Bundesliga, die zweite Bundesliga, die Champions League, den DFB-Pokal, den Was- weiß-ich-für-Pokal, die englische Premier League, die italienische und spanische Liga  und sogar die türkische Süper Lig rein. Und auch die Fernsehübertragungen von Menschen, die auf irgend einem Acker auf diesem Planeten hinter einem Ball her rennen!“

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Man merkt, ich bin nicht sonderlich erfreut über diese Störung in meiner Wohlfühlphase. Aber zur Diskussion fehlt mir jetzt einfach die Motivation. Schön und gut, mache ich das Beste aus der Situation. Das heißt: Ich entspanne mich nicht nur mit meinem Heißgetränk, sondern auch mit meinen heißgeliebten Handarbeiten. Und da ja – wie gesagt- Kuschelzeit ist werde ich mir kuschelige Wohlfühlkissen häkeln. Gesagt, getan! Wollkorb auf und die Häkelnadel auf Betriebstemperatur gebracht. Und während ich vertieft und Maschen zählend vor mich hin häkele, stelle ich fest, dass mein Mann sich – trotz Fußball – wieder an seinen PC verzogen hat. Dieser Schurke!

PC-Junkie

Zum Umschalten auf den Krimi ist es jetzt eh‘ zu spät. Nur Anfang und  Ende eines Film zu schauen, das ist definitiv nichts für mich! Darum mache ich es mir mit Marcel Reif, dem Sportmoderator und der anschließenden Sportanalyse gemütlich und häkele mein Kissen weiter. Es ist nahezu fertig, als die Bayern mit einem 0:3 Sieg vom Platz gehen.

Und die Moral von der Geschichte: Manchmal hat es auch etwas Gutes, so einen (Fußball-)verrückten „besten Ehemann der Welt“ zu Hause zu haben.bravo

Tschüss!Adé

Eure Anneliese

Ich habe von den Kuschelkissen mal ein paar Bilder mitgebracht. Und wie man diese Dinger macht steht im Anleitungsteil. Für das Kissen aus Granny Squares muss ich die Anleitung noch schreiben. Kommt aber!